Kostenloser Service von Idana
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KI-Kompetenz für Arztpraxen

Eine praxisnahe Schulung die Ihrem Team den sicheren Umgang mit KI-Systemen vermittelt — kompakt, verständlich und compliance-orientiert.

3 Module · ca. 15 Minuten
Zertifikat nach Bestehen
Art. 4 EU AI Act
Modul 1 von 3

Was ist KI — und was macht sie in unserer Praxis?

Lernziel: Grundverständnis was KI ist, wie sie funktioniert und welche konkreten Anwendungen im Praxisalltag eine Rolle spielen.

Warum diese Schulung?

Die KBV empfiehlt ausdrücklich, dass alle Praxismitarbeitenden die mit KI-Systemen arbeiten eine entsprechende Kompetenzschulung absolvieren — im Einklang mit den Anforderungen aus Art. 4 EU AI Act (KI-Kompetenz / AI Literacy). Zusätzlich verpflichtet die KBV IT-Sicherheitsrichtlinie Praxen seit Oktober 2025 zur regelmäßigen Schulung des Personals im sicheren Umgang mit IT und KI.

Diese Schulung ist darauf ausgerichtet, beide Anforderungen zu erfüllen. Idana unterstützt Sie dabei als Partner — mit rechtssicheren digitalen Formularen, KI-gestützter Dokumentation und dieser kostenlosen Schulung.

Weiterführende Informationen
📄 KBV PraxisWissen KI — Hinweise zum Einsatz von KI in Praxen 🔒 KBV IT-Sicherheitsrichtlinie — Anforderungen & Umsetzungshilfen ⚖️ EU AI Act Art. 4 — KI-Kompetenz (Gesetzestext)

Was ist Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz ist Software, die aus großen Mengen an Daten lernt und daraus Muster ableitet. Sie erkennt Texte, Sprache oder Bilder — und gibt darauf basierend Antworten oder Vorschläge.

Anders als herkömmliche Software, die nach festen Regeln arbeitet, verbessert sich KI durch Training an Beispieldaten. Ein KI-System das Arztbriefe zusammenfasst, hat hunderttausende Arztbriefe “gelesen” und daraus gelernt, was wichtig ist — es folgt keinem Regelwerk.

Wichtig: KI rechnet nicht wie ein Taschenrechner. Sie schätzt — auf Basis von Wahrscheinlichkeiten. Das erklärt sowohl ihre beeindruckenden Fähigkeiten als auch ihre unerwarteten Fehler.

Wie lernt KI? — Die Praktikanten-Analogie

Stellen Sie sich einen Praktikanten vor, der in seiner ersten Woche schweigend 50.000 Patientenakten gelesen hat — Arztbriefe, Diagnosen, Therapiepläne. Er hat dabei nie nachgefragt, nie erklärt bekommen was richtig oder falsch ist. Jetzt antwortet er auf jede Frage — immer flüssig, immer selbstsicher, immer in perfektem Medizinerdeutsch.

Genau so funktioniert KI. Sie hat riesige Mengen an Text verarbeitet und gelernt: auf diese Eingabe folgt typischerweise diese Ausgabe. Was sie dabei nicht gelernt hat: ob das inhaltlich stimmt. Sie weiß nicht, was sie nicht weiß — und wird trotzdem immer eine Antwort liefern.

Konsequenz im Praxisalltag: Das Ergebnis klingt immer plausibel — auch wenn es falsch ist. „Keine Allergien bekannt“ kann zu „Allergien bekannt“ werden, „nicht operieren“ zu „operieren“. Die KI merkt den Unterschied nicht — sie schreibt weiter, was am wahrscheinlichsten klingt.

Warum klingt KI so überzeugend?

KI-Systeme wie Spracherkennung, Scribe-Tools oder Chatbots basieren auf sogenannten Sprachmodellen (englisch: Large Language Models, kurz LLMs). Diese Modelle wurden darauf trainiert, immer den wahrscheinlichsten nächsten Satz zu generieren — nicht den richtigen, sondern den, der am häufigsten in ähnlichen Texten vorkam.

Das Ergebnis: KI klingt professionell, strukturiert und sicher. Sie zögert nicht, formuliert keine Unsicherheit aus und drückt sich nicht unklar aus. Das ist kein Zeichen von Kompetenz — es ist das Ergebnis des Trainings.

Daher gilt: Je überzeugender eine KI-Ausgabe klingt, desto wichtiger ist es, sie zu prüfen. Das Gefühl „das klingt richtig“ ist kein Qualitätsmerkmal — es ist ein Designmerkmal.

KI-Telefonassistenten in der Arztpraxis

KI-Telefonassistenten sind heute in vielen Praxen im Einsatz. Sie nehmen Anrufe entgegen, führen natürlichsprachige Gespräche und können Termine buchen — rund um die Uhr, ohne Personaleinsatz.

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Wie KI-Telefonassistenten funktionieren

Spracherkennung + Sprachverständnis + Antwortgenerierung

Das System transkribiert das Gesprochene in Echtzeit (Speech-to-Text), versteht die Absicht des Anrufers (Natural Language Understanding) und generiert eine passende Antwort, die dann vorgelesen wird. Moderne Systeme klingen dabei täuschend ähnlich wie ein Mensch.

✓ Typische Einsatzfälle
  • Terminbuchung und -absage
  • Rezeptbestellungen annehmen
  • Auskunft über Öffnungszeiten
  • Erstanliegen aufnehmen & sortieren
  • Rückrufbitten erfassen
⚠ Bekannte Schwachstellen
  • Dialekte und undeutliche Aussprache werden von der KI oft falsch verstanden — besonders bei medizinischen Begriffen
  • Komplexe oder emotionale Anliegen
  • Mehrdeutige Aussagen („morgen“ = wann?)
  • Dringende Symptome nicht erkannt
  • Frustration bei Schleife ohne Ausweg
Patientensicherheit: Ein KI-Telefonassistent kann nicht einschätzen ob ein Anliegen medizinisch dringend ist. Es muss immer ein klarer Übergabe-Prozess zu menschlichem Personal existieren — idealerweise ausgelöst durch Stichworte wie „Schmerzen“, „Notfall“ oder „dringend“.
Ein Patient ruft an und sagt: „Ich habe seit gestern starke Brustschmerzen, wollte aber nur einen Termin nächste Woche.“
Was ein gutes KI-System tun sollte: Brustschmerzen als potenziell kritisches Symptom erkennen und sofort an menschliches Personal oder Notfallnummer weiterleiten — nicht einfach einen Termin buchen. Prüfen Sie, ob Ihr System das kann.

KI-Dokumentation: AI Scribe & Ambient Listening

KI-Dokumentationssysteme gehören zu den wirkungsvollsten Anwendungen im ärztlichen Alltag. Sie hören dem Arzt-Patienten-Gespräch zu und erstellen automatisch eine strukturierte Dokumentation — von der Anamnese bis zum Therapieplan.

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Wie KI-Scribe-Systeme funktionieren

Ambient Listening → Transkription → Strukturierung → Dokumententwurf

Das System hört kontinuierlich mit (Ambient Listening), transkribiert das Gespräch, erkennt medizinisch relevante Informationen und ordnet sie automatisch in die richtige Dokumentstruktur ein. Der Arzt erhält einen Entwurf, den er prüft, korrigiert und freigibt.

✓ Was das System leistet
  • Anamnese aus dem Gespräch extrahieren
  • Diagnosen und ICD-Codes vorschlagen
  • Therapieplan dokumentieren
  • Medikamente und Dosierungen erfassen
  • Arztbrief-Entwurf erstellen
⚠ Kritische Fehlerquellen
  • Dosierungen falsch transkribiert
  • Medikamentennamen verwechselt
  • Negationen übersehen („keine Allergien“ → „Allergien“)
  • Nicht gesagte Inhalte ergänzt
  • Dialekt- und Akzentfehler
Prüfpflicht: Bei allen KI-generierten Transkripten ist die Prüfung durch den Arzt vor der Speicherung verpflichtend. Das gilt insbesondere für Dosierungen, Medikamentennamen und Negationen („keine Allergien“). Ein ungeprüftes Dokument in der Patientenakte kann im Schadensfall als Behandlungsfehler gewertet werden.
Rechtliche Pflicht: Jede Aufzeichnung eines Patientengesprächs erfordert die ausdrückliche, informierte Einwilligung des Patienten — vorab, nicht im Nachhinein. Kein Einverständnis = keine Aufzeichnung, auch wenn das technisch möglich wäre.
💡 Praxistipp: Nehmen Sie eine KI-Klausel direkt in Ihren Patientenaufnahmebogen auf. So sind alle Patienten bereits vor dem ersten Termin informiert, können zustimmen oder ablehnen — und die Dokumentation ist lückenlos. Bei Gesprächsaufzeichnungen (AI Scribe) ist das besonders wichtig, da hier eine gesonderte Einwilligung erforderlich ist.
Das KI-System dokumentiert: „Patient nimmt 500 mg Metformin täglich.“ Der Arzt hatte „50 mg“ gesagt.
Warum das passiert: KI-Spracherkennung kann bei Zahlen fehleranfällig sein, besonders wenn Hintergrundgeräusche vorhanden sind oder die Aussprache undeutlich ist. Konsequenz: Jedes KI-generierte Dokument muss vor der Speicherung geprüft werden — besonders Zahlen, Dosierungen und Medikamentennamen.
Ein Patient fragt: „Wird unser Gespräch aufgezeichnet?“
Die richtige Antwort: Ehrlich und klar informieren. Der Patient hat das Recht zu wissen, dass ein KI-System mithört, und das Recht abzulehnen. Stimmt er nicht zu, muss die Aufzeichnung deaktiviert werden. Die Behandlung erfolgt dann ohne KI-Dokumentation — das ist sein gutes Recht.

KI-Unterstützung medizinischer Entscheidungen

KI-Systeme analysieren zunehmend Patientendaten, Laborwerte, Bildgebung und Symptombeschreibungen um dem Arzt Hinweise zu liefern. Das Spektrum reicht von einfachen Warnungen bis zu komplexen Diagnoseunterstützungen.

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Anwendungsfelder im ärztlichen Alltag

Von Bildanalyse bis klinischer Entscheidungsunterstützung

AnwendungWas die KI tutWas der Arzt prüft
Hautbild-AnalyseKlassifiziert Läsionen nach RisikoKlinischen Befund, Patientenanamnese
EKG-AuswertungErkennt Rhythmusstörungen, InfarktmusterKlinisches Bild, Symptome, Verlauf
RadiologieMarkiert auffällige Befunde im BildGesamtbefund, Klinik, Voraufnahmen
Labor-FlagsKombiniert Werte zu RisikohinweisenMedikamente, Vorerkrankungen, Kontext
Symptom-TriagePriorisiert nach DringlichkeitKlinischer Eindruck, nicht verbale Zeichen
Grundsatz: KI liefert Hinweise, keine Diagnosen. „Die KI hat das empfohlen“ ist keine ausreichende Begründung für eine Behandlungsentscheidung — auch nicht in der Dokumentation.

Weitere KI-Anwendungen im Überblick

AnwendungBeispiel aus dem Praxisalltag
Digitale AnamneseKI-gestützte Fragebögen passen sich dynamisch an Symptome an
AufklärungsbögenAutomatische Auswahl passender Formulare nach Behandlung
RezeptmanagementKI erkennt Folgeverordnungen und bereitet Rezepte vor
PatientenerinnerungenAutomatische Terminbestätigung und Vorsorge-Hinweise
Codierung & AbrechnungKI schlägt ICD- und EBM-Codes aus der Dokumentation vor
Chatbots auf der WebsiteBeantwortet häufige Fragen, leitet zu Terminen weiter
Modul 2 von 3

Risiken kennen — worauf muss ich achten?

Lernziel: Typische Fehlerquellen und Risiken beim KI-Einsatz im Praxisalltag erkennen, einordnen und richtig handeln.

Warum KI Fehler macht — und warum das gefährlich ist

KI-Fehler sind anders als menschliche Fehler: Sie passieren oft unbemerkt, klingen plausibel und wiederholen sich systematisch. Ein Arzt der müde ist, macht gelegentlich Fehler — aber er erfindet keine Dosierungen. Eine KI kann das.

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Halluzinationen

KI erfindet Inhalte die plausibel klingen aber falsch sind. Ein Transkript kann Medikamente, Dosierungen oder Diagnosen ergänzen, die nie erwähnt wurden.

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Sprachmissverständnisse

Dialekte, Fachbegriffe, Hintergrundgeräusche oder undeutliche Aussprache führen zu Fehlern — besonders bei Zahlen und Medikamentennamen.

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Fehlende Einordnung

KI kennt den klinischen Kontext nicht. Sie weiß nicht ob eine Aussage ironisch gemeint war, ob der Patient verständnislos nickte oder ob etwas besonders relevant ist. Darüber hinaus fehlt der KI in der Regel der medizinische Kontext zum Patienten — Vorerkrankungen, aktuelle Medikation, Laborwerte. Das kann Therapieempfehlungen qualitativ verschlechtern. Idana Flow Pro ist die erste Transkriptionslösung, die auch medizinische Patientendaten berücksichtigt.

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Systematische Verzerrungen

KI-Modelle können bei bestimmten Patientengruppen (Alter, Herkunft, seltene Erkrankungen) schlechtere Ergebnisse liefern als bei der Trainingsgruppe.

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Negationen übersehen

„Keine Allergien bekannt“ kann zu „Allergien bekannt“ werden. KI-Systeme haben nachweislich Probleme mit Verneinungen in medizinischen Texten.

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Automation Bias

Menschen neigen dazu, KI-Vorschlägen zu vertrauen ohne kritisch zu prüfen. Je öfter die KI richtig liegt, desto gefährlicher wird dieser Effekt bei Ausnahmen.

Konkrete Risiken im Praxisalltag

Beim KI-Telefonassistenten

  • Patient mit Brustschmerzen bekommt Termin in 3 Wochen statt Notfallweiterleitung
  • Rezeptbestellung wird falsch verstanden — falsches Medikament oder falsche Menge notiert
  • Patient legt frustriert auf, meldet sich nicht mehr — dringendes Anliegen bleibt unbearbeitet

Bei der KI-Dokumentation

  • Dosierung 10-fach falsch: „5 mg“ wird zu „50 mg“ oder umgekehrt
  • Allergie wird nicht dokumentiert oder fälschlicherweise erwähnt
  • Diagnose aus Vorgespräch wird automatisch in aktuellen Befund übernommen
  • Arztbrief enthält Informationen die nie besprochen wurden

Bei KI-Entscheidungsunterstützung

  • Atypischer Herzinfarkt bei Frau nicht erkannt, weil Trainingsdata männlich dominiert war
  • Hautveränderung bei dunklerem Hautton falsch klassifiziert
  • Arzt folgt KI-Empfehlung ohne eigene klinische Einschätzung — Automation Bias

Die goldene Regel: KI-Output immer prüfen

KI-generierte Inhalte sind immer Vorschläge, keine Fakten — egal wie überzeugend sie wirken.

Transkripte vor der Speicherung gegenlesen · Dosierungen und Medikamente immer manuell prüfen · Medizinische Entscheidungen nie allein auf KI-Output stützen · Fehler sofort melden

Wann ist das Risiko besonders hoch?

  • Bei Zeitdruck — je mehr Patienten, desto höher die Versuchung, Dokumente ungeprüft zu übernehmen
  • Bei neuen Systemen — anfangs noch kein Gefühl dafür, wo das System typischerweise Fehler macht
  • Bei komplexen Gesprächen — mehrere Themen, Medikamente, Diagnosen auf einmal erhöhen die Fehlerrate
  • Nach Gewohnheitsbildung — je länger ein System fehlerfrei läuft, desto mehr sinkt die Wachsamkeit (Automation Bias)

Transparenzpflicht gegenüber Patienten

Die KBV stellt klar: Wenn eine Praxis KI-Systeme im Rahmen der Behandlung einsetzt, müssen Patientinnen und Patienten darüber informiert werden. Das ist keine Empfehlung — es ist eine rechtliche Pflicht. Idana unterstützt Sie dabei mit fertigen, rechtssicheren digitalen Check-In-Formularen, die Patienten bereits vor dem ersten Termin über den KI-Einsatz informieren.

  • Aushang in der Praxis genügt in der Regel: „Diese Praxis setzt KI-Systeme zur Unterstützung der Behandlung ein“ — kein aufwendiges Aufklärungsgespräch nötig
  • Telefonassistent und Chatbot: Patienten müssen aktiv darauf hingewiesen werden, dass sie mit einer KI sprechen — z. B. durch eine Ansage zu Beginn des Anrufs
  • Datenschutzhinweise in der Praxis und auf der Website aktuell halten und KI-Einsatz erwähnen
  • Patienten nicht im Unklaren lassen — auch wenn es unbequem ist: Transparenz ist Pflicht und schlützt rechtlich
Wichtig laut KBV: Eine datenschutzrechtliche Einwilligung des Patienten ist in der Regel nicht erforderlich — außer wenn die Daten auch für das Training oder die Optimierung des KI-Systems oder für Forschungszwecke genutzt werden. Fragen Sie den Anbieter explizit danach. Idana verwendet Ihre Patientendaten ausdrücklich nicht für Training oder Optimierung von KI-Modellen.
💡 Praxistipp: Nehmen Sie eine KI-Regelung direkt in Ihren Patientenaufnahmebogen auf. So sind alle Patienten bereits vor dem ersten Termin informiert, können zustimmen oder ablehnen — und die Dokumentation ist lückenlos. Bei Gesprächsaufzeichnungen (AI Scribe) ist das besonders wichtig, da hier eine gesonderte Einwilligung erforderlich ist.

Ärztliche Schweigepflicht & § 203 StGB

Die ärztliche Schweigepflicht ist nicht nur Datenschutzrecht — sie ist Strafrecht. § 203 StGB stellt die unbefugte Offenbarung von Patientengeheimnissen unter Strafe und gilt uneingeschränkt auch beim Einsatz von KI-Systemen.

Strafbar: Die Übermittlung von Patientendaten an einen KI-Anbieter kann eine strafbare Offenbarung nach § 203 StGB darstellen, wenn dafür keine wirksame Rechtsgrundlage vorliegt. Das gilt auch für Cloud-Dienste ohne AVV und für die Nutzung öffentlicher KI-Tools. Mit Idana sind Sie auf der sicheren Seite: Neben einem AVV verfügt Idana über das gesetzlich vorgeschriebene BSI C5-Testat gemäß § 393 SGB V.

Was das im Alltag bedeutet

  • Nur KI-Systeme nutzen deren Anbieter einen gültigen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abgeschlossen hat — dieser bildet die rechtliche Grundlage für die Datenweitergabe
  • Bei Cloud-Diensten prüfen ob ein BSI C5-Testat vorliegt — seit Juli 2025 nach § 393 SGB V gesetzlich Pflicht für alle Cloud-Anbieter die Gesundheitsdaten verarbeiten
  • Patientendaten niemals in nicht freigegebene Cloud-Dienste oder öffentliche KI-Tools geben — auch wenn kein Name dabei steht, kann die Kombination aus Symptomen, Alter und Diagnose eine Person identifizierbar machen
  • „Ich dachte, das ist sicher“ ist keine Rechtfertigung — Unwissen schützt nicht vor Strafverfolgung

Datenschutz: Was darf die KI verarbeiten?

Patientendaten gehören zu den sensibelsten Daten überhaupt (Art. 9 DSGVO — besondere Kategorien). Für KI-Systeme gelten deshalb strenge Regeln:

  • Nur DSGVO-konforme Anbieter nutzen — AVV und BSI C5-Testat sind Mindestanforderungen (siehe ärztliche Schweigepflicht oben)
  • Bei Gesprächsaufzeichnungen: informierte Einwilligung des Patienten vorab einholen und dokumentieren
  • Datenverarbeitung auf dem Gebührengebiet der EU bevorzugen
  • Im Zweifel immer IT-Verantwortliche oder Praxisleitung fragen
  • Keine Patientendaten in öffentliche KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Copilot eingeben
  • Keine Fotos, Befunde oder Labordaten per privatem Smartphone an KI-Apps senden
  • Keine Patientendaten in nicht freigegebene Webformulare, Suchfelder oder Browser-Erweiterungen
Grauzone: Auch scheinbar harmlose Anfragen an ChatGPT wie „Welche Diagnose passt zu diesen Symptomen: [Symptome von Patient X]?“ sind Datenschutzverletzungen, wenn daraus Rückschlüsse auf einen identifizierbaren Patienten möglich sind.
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Verantwortung & EU AI Act

Lernziel: Verstehen wer für was haftet — und was der EU AI Act konkret für den ärztlichen Alltag bedeutet.

Wer haftet, wenn KI einen Fehler macht?

Die KI haftet nicht. Der Anbieter haftet nicht automatisch. Die Praxis und der behandelnde Arzt bleiben verantwortlich — genau wie ohne KI.

Der Einsatz von KI entbindet nicht von der ärztlichen Sorgfaltspflicht. Wer ein KI-generiertes Dokument ungeprüft in die Patientenakte übernimmt, hat diese Sorgfaltspflicht verletzt — unabhängig davon was das KI-System falsch gemacht hat.

Drei konkrete Szenarien

KI-Scribe dokumentiert „Clonidin 0,2 mg“ statt „Clonazepam 0,5 mg“. Arzt übernimmt das Dokument ungeprüft. Patient erhält falsches Medikament.
Haftung: Praxis und Arzt, nicht der KI-Anbieter. Der Arzt hätte prüfen müssen — das ist Teil der Sorgfaltspflicht bei KI-unterstützter Dokumentation.
KI-Telefonassistent erkennt Brustschmerzen nicht als dringend, bucht Termin in 2 Wochen. Patient erleidet Herzinfarkt.
Haftung: Möglicherweise die Praxis, die das System ohne ausreichende Schutzmaßnahmen (Eskalationslogik) betreibt. Die Praxis ist Betreiber des KI-Systems.
MFA gibt Patientendaten in ChatGPT ein um eine Anfrage schneller zu beantworten.
Konsequenz: Datenschutzverstoß nach Art. 9 DSGVO, möglicherweise bußgeldbewehrt. Die Praxis haftet als datenschutzrechtlich Verantwortliche.

Was ist der EU AI Act?

Der EU AI Act ist die erste umfassende KI-Regulierung weltweit, in Kraft seit August 2024. Er klassifiziert KI-Systeme nach Risikostufen und definiert Pflichten abhängig davon, wie groß das Schadenspotenzial ist.

RisikostufeBeispiele im PraxiskontextKonsequenz
UnzulässigEmotionale Manipulation von PatientenVerboten
HochriskantKI-Diagnoseunterstützung, medizinische BildanalyseStrenge Auflagen, Dokumentationspflicht
Begrenztes RisikoKI-Chatbots, TelefonassistentenTransparenzpflichten
Minimales RisikoKI-Terminbuchung, Spam-FilterKeine spezifischen Pflichten
Artikel 4 — KI-Kompetenz (AI Literacy): Alle Personen die mit KI-Systemen arbeiten müssen über ein ausreichendes Grundverständnis verfügen — angepasst an ihre Rolle und das Risikopotenzial des Systems. Diese Schulung ist genau darauf ausgerichtet.

Welche Zertifizierungen sollten KI-Anbieter haben?

Nicht jedes KI-System braucht dieselben Nachweise. Was ein Anbieter vorweisen muss, hängt davon ab, was das System tut. Als Praxis sind Sie Betreiber — und damit mitverantwortlich dafür, dass Sie nur geprüfte Systeme einsetzen.

NachweisWofürWer braucht es
BSI C5-TestatSicherheit des Cloud-DienstesAlle Cloud-Anbieter die Patientendaten verarbeiten — seit Juli 2025 Pflicht (§ 393 SGB V)
DSGVO + AVVRechtliche Grundlage für DatenweitergabeAlle KI-Systeme die Patientendaten verarbeiten
KBV IT-SicherheitsrichtlinieIT-Sicherheit in der PraxisAlle IT-Systeme im Praxiskontext — seit Oktober 2025 Pflicht
BSI C5 erklärt: Das C5-Testat (Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue) ist der deutsche Sicherheitsstandard für Cloud-Dienste. Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer bestätigt darin, dass der Anbieter über 125 Sicherheitskriterien erfüllt — von technischen Schutzmaßnahmen bis zu organisatorischen Prozessen. Idana verfügt über ein gültiges BSI C5-Testat und gehört damit zu den zertifizierten Cloud-Anbietern die Gesundheitsdaten rechtskonform verarbeiten dürfen.

Was Sie beim Anbieterwechsel oder Neukauf prüfen sollten

  • Liegt ein gültiges BSI C5-Testat vor?
  • Ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abgeschlossen?
  • Werden Daten ausschließlich in der EU verarbeitet?

Was muss ich im Alltag konkret tun?

1 Prüfen statt vertrauen Jedes KI-generierte Dokument vor der Speicherung gegenlesen. Besonders Zahlen, Dosierungen und Medikamentennamen.
2 Einwilligungen einholen Bei Gesprächsaufzeichnungen die informierte Zustimmung des Patienten vorab einholen und dokumentieren.
3 Datenschutz einhalten Keine Patientendaten in nicht freigegebene Tools, auch nicht „nur kurz mal eben“.
4 Übergabe-Prozesse kennen Wissen wie man beim KI-Telefonassistenten und anderen Systemen an menschliches Personal übergeben kann wenn etwas schief geht — und diesen Prozess aktiv testen.
5 Fehler melden Wenn ein KI-System fehlerhaft reagiert, sofort an die Praxisleitung. Nur so können Systeme verbessert werden.
6 Verantwortung übernehmen KI ist Entscheidungsgrundlage, keine Entscheidung. Die ärztliche und fachliche Verantwortung bleibt beim Menschen.
7 Rechtssichere Anbieter wählen Nur KI-Anbieter nutzen die DSGVO-konform, mit AVV und BSI C5-Testat aufgestellt sind. Das schützt die Praxis rechtlich und die Patienten datenschutzrechtlich.
KI in der Praxis — das große Bild

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Wenn Anamnese, Dokumentation und Telefonmanagement automatisiert ablaufen, gewinnen Ärztinnen, Ärzte und MFAs wertvolle Zeit — für bessere Gespräche, weniger Stress und mehr Fokus auf die Behandlung.

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KI-Kompetenzschulung
für Arztpraxen

Ausgestellt für

hat die KI-Kompetenzschulung für Arztpraxen erfolgreich abgeschlossen. Die Schulung umfasst die Module KI-Grundlagen & Praxisanwendungen, Risiken & Datenschutz sowie Verantwortung & EU AI Act und wurde konzipiert zur Unterstützung der Anforderungen aus Art. 4 EU AI Act (KI-Kompetenz / AI Literacy).

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Wenn Ihre gesamte Praxis zertifiziert ist, stellen wir Ihnen gerne ein Praxiszertifikat aus. Melden Sie sich dafür unter vertrieb@idana.com.
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Sie haben gerade gelernt, worauf es beim sicheren KI-Einsatz ankommt. Idana hilft Ihnen dabei, genau das in der Praxis umzusetzen — mit rechtssicheren Formularen, digitalem Aufnahmebogen und KI-Scribe.

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